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In Medien und Kommunikation, Kommentar am 25.01.12
Gottschalk Live: Top oder Flop? Am 23.01. startete die neue Sendung von Thomas Gottschalk. Die aufMUKen-Redaktion hat sich die ersten beiden Sendungen einmal angesehen. Das Urteil ist durchwachsen. Doch lest selbst!
Die ersten Minuten von Gottschalk Live empfand ich noch als recht vielversprechend. Ein nettes Studio („Gottschalks Wohnzimmer“) und eine immer arbeitende Redaktion, die im Hintergrund „herumwuselt“, eigentlich eine ganz nette Idee. Auch das Intro, nicht schon wieder die elendigen Themen wie den Euro-Rettungsschirm oder die Affäre rund um den deutschen Bundespräsidenten breitzutreten, kamen mir sehr entgegen. Doch schon nach der ersten Werbung war ich etwas verwirrt. Und diese Verwirrtheit blieb bis zum Schluss. Denn in 30 Minuten drei Mal eine Werbung zu schalten ist der absolute Zuschauer-Killer! Der Studio-Gast Michael „Bully“ Herbig konnte nicht einen einzigen Satz zu Ende sprechen. Sein leicht irritierter Blick, als im Hintergrund mal wieder die Titelmusik zur Werbepause ertönte, spiegelte das wider, was im Anschluss der Sendung zu Hauf als Zuschauer-Reaktionen im Internet nachzulesen war: Die Sendung besteht gefühlsmäßig aus mehr Werbung als Sendung, der Redefluss wird ständig von der Reklame unterbrochen und am Ende bleibt der Eindruck, mehr über die Inhalte des Apothekenmagazins und das Wetter von morgen zu wissen, als über das aktuelle Tagesgeschehen. Immerhin hat man sich bei der ARD schnell dem Problem angenommen und die Werbepausen bei der zweiten Sendung gleich ein wenig "optimiert". Nach der harschen Kritik blieb dem Sender wahrscheinlich auch gar nichts anderes übrig. Wer trotz allem der Sendung noch eine Chance geben möchte, kann diese auch werbefrei um 23:00 Uhr auf Einsfestival, dem Spartensender für Unterhaltung und Dokumentation der ARD, sehen!
Mir geht es ähnlich wie Bianca, ich bin recht enttäuscht von Gottschalk Live. Auch nach der zweiten Sendung kann mich die Umsetzung nicht überzeugen. Das Format an sich klingt zwar recht vielversprechend: das aktuelle Tagesgeschehen zu reflektieren und mit interessanten Gästen plaudern. Es scheitert jedoch kläglich an der Umsetzung, denn viel hilft nicht immer viel! Die geschätzten 23Minuten, die Gottschalk nach Abzug etlicher Werbeunterbrechungen und dem Wetter zur Verfügung stehen, werden mit viel zu vielen Themen vollgestopft, so dass man sich als Zuseher am Ende der Sendung fragt, um was es eigentlich ging. Hinzu kommt, dass Thomas Gottschalk in seinen Interviews wie gehabt den größten Redeanteil für seine ausschweifenden Fragen beansprucht, die folglich meist nur eine knappe Antwort des Interviewten zulassen. Und da drängt auch schon wieder die Zeit, die Live Schaltung wartet, die Redaktion drängt sich vom Hintergrund in das Geschehen oder die nächste Werbepause kündigt sich mit lauter werdender und Wortabschneidender Musik an.
Es bleibt also nur zu hoffen, dass sich Gottschalks sichtbare und durchaus nachvollziehbare Aufregung legt und ein wenig Ruhe und Struktur in die Sendung einkehrt. Denn sie hat Potential und gönnen würde man Gottschalk einen Erfolg nach dem etwas sang- und klanglosen Ende von Wetten dass…? allemal.
Die ersten Minuten, bis zur Vorstellung seiner Redaktion, empfand ich ebenfalls als durchaus amüsant. Die Schlagzeile eines reißerischen deutschen Blattes über seine Person thematisiert er gelungen mit einer sarkastischen Erläuterung seines Familienstammbaumes. Das hatte durchaus Charme und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Das Lächeln verzauberte sich zügig in einen Brechreizzustand, als der allzeit beliebte „Bully“ Herbig die Leinwand betrat. Solche Studiogäste können mir wirklich gestohlen bleiben, da es ja erst nur wieder um die Bewerbung eines neuen Films ging. Von den Themen, über die in seiner Sendung diskutiert respektive getratscht werden soll, zeigt sich Gottschalk überzeugt. Die Beurteilung, dass diese wohl auf zahlreiches Interesse stoßen werden, sollte er aber erstmal den Zuschauern und deren Meinung überlassen. Immerhin sind sie es, die das Überleben von „Gottschalk live“ sichern, oder eben nicht.
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