Hair - Das Musical

In Freizeit, Veranstaltungen am 14.12.11

Die Uraufführung von "Hair" fand am 17. Oktober 1967 im Shakespeare Public Theater in New York statt und ich war am 8. Dezember 2011 bei einer Aufführung in der Salzburger Messearena live mit dabei.

Das Rock-Musical spielt in einer politisch sehr aktiven Zeit. Der Vietnamkrieg beschäftigt die Weltbevölkerung und die Studierenden lehnten sich sehr effektiv dagegen auf. Sie forderten Frieden und stellten die sexuelle Freizügigkeit in den Mittelpunkt ihrer Proteste.

Hair erzählt die Geschichte einer Gruppe gegen das Establishment eingestellter, langhaariger (daher der Name des Musicals) Hippies, die in der Stadt New York unter dem Vorzeichen des "Zeitalters des Wassermanns" leben und lieben und sich gegen die Einberufung als Soldaten für den Vietnamkrieg auflehnen. Der frisch vom Land hinzugestoßene Claude Bukowski, die junge Frau Sheila und ihr charismatischer Zimmergenosse Berger leben in einer Dreiecksbeziehung, lustvoll aber ziellos, in den Tag hinein. Claude gerät, hin und her gerissen zwischen den patriotischen Impulsen seiner bürgerlichen Herkunft und den im Kreise seiner neuen Freunde erstarkten pazifistischen Idealen, in einen inneren Konflikt, denn mit Eintreffen der Einberufung muss er sich entscheiden, ob er wie die anderen den Kriegsdienst verweigern oder seine pazifistischen Ideale missachtend, sich der militärischen Autorität unterwerfen, Menschen töten und sein Leben in Vietnam riskieren soll. Das ganze endet ziemlich dramatisch und findet leider kein Happy End.

Wer das Musical noch nicht gesehen hat, hat eindeutig etwas verpasst. Traumhaft schöne Musik und Tanz beeindrucken jeden. Einige Gefühlsregungen werden während der Spielzeit an den Tag gebracht, von Lachen über Weinen, Schaudern und Charme, Verzweiflung und Freude, ist alles dabei. Der Zusammenhalt der Gruppe, also der SchauspielerInnen und der Band, inspirierten das gesamte Publikum. Freie Liebe, ungehemmte Sexualität und leichte Drogen nehmen einen großen Part des Schauspiels ein. Diese Darbietung ist jedoch nicht für jeden Musical-Besucher empfehlenswert. Neben mir kuschelte sich ein junges Mädchen in ihren Teddybären und versuchte nicht immer auf die Bühne zu blicken, naja Aufklärung einmal anders. Dafür hatten die Eltern umso mehr Spaß. Besonderes Aufsehen brachte die Nacktszene, in der sich alle SchauspielerInnen auf der Bühne entblößten. Mit Hilfe von moderner Lichttechnik konnte man allerdings nur schemenhaft und mit viel Fantasie etwas erkennen. Die unterschiedlichen Reaktionen des Publikums waren jedoch herrlich zu beobachten, große Augen, irritierte Blicke und gaffende Züge zierten ihre Gesichter. Wer nicht schon während der Spielzeit anfing begeistert mitzuschicken oder gar zu tanzen, tat es spätestens als die SchauspielerInnen gegen Ende von der Bühne sprangen und alle animierten mitzumachen. Einige wurden von ihren Sesseln gezerrt und mussten dann wohl oder übel, mit oder ohne Freude, die tanzbegeisterten Akteure unterstützen. Alles in allem war es die Fahrt nach Salzburg allemal wert. Und wann gönnt man sich schon mal ein Coca Cola um 5 Euro?

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