Schon Mitglied in der KLUmunity? Log dich ein oder registriere dich.

Qualitätsjournalismus ade…

In Kommentar am 02.02.10 um 07:00

Um den guten gehaltvollen Journalismus steht es schlecht. Durch den Boom des Internets droht die gute alte Zeitung in Zukunft irgendwann auszusterben. Das Geld fehlt an allen Ecken und Enden, am Personal wird gespart – und an der Qualität inzwischen auch.

Pulpdtp@sxc.hu

Das Schönste an jedem Morgen ist eine heiße Tasse Kaffee, ein gutes, reichhaltiges Frühstück und dazu die frischgedruckte Zeitung mit den neuesten Nachrichten und Ereignissen aus aller Welt. Möchte man zumindest meinen. Doch schenkt man den aktuellen Veränderungen Glauben, wird das Frühstück in Zukunft wohl vor dem Laptop stattfinden. Denn für das Dasein der Zeitung sieht es nicht gut aus. Die Verkaufszahlen nehmen ab, die Werbeeinnahmen sinken und das Geld klingelt schon lange nicht mehr in der Kasse. Dafür hat das Internet Hochkonjunktur. Die meisten Leute lesen die Nachrichten heute im Internet. Das ist kostenlos, schneller und aktueller. Und man hat die große Möglichkeit, die Informationen zu selektieren. Es wird das gelesen, was man lesen will und es wird vertieft danach gesucht, was man wissen will. Das alles macht das Internet möglich!

In den USA sind aufgrund dieser Entwicklungen schon zahlreiche Zeitungen eingestellt worden. Es wird nicht ausgeschlossen, dass das auch irgendwann bei uns der Fall sein wird. Die Verlage machen keine Gewinne mehr, sie müssen ihre Redaktionen zusammenlegen und Journalisten einsparen. Zu wenige Redakteure bedeutet Zeitdruck. Und Zeitdruck bedeutet mangelnde Qualität. Es bleibt keine Zeit mehr für ausführliche Recherchen, alles muss schnell gehen. Dabei ist das Berufsbild des klassischen Journalisten sehr arbeitsintensiv. Mangelnde Rechtschreibung und ungenaue Informationen sind nichts Ungewöhnliches mehr. Experten sind davon überzeugt, dass sich die Aufgaben eines Journalisten drastisch ändern werden und man als Journalist nicht mehr erwarten kann, sein Einkommen zu sichern.

Da man mit Werbung im Internet auch nicht das große Geld verdienen kann, erhoffen sich die Verlage nun Hilfe durch das sogenannte Leistungsschutzrecht. Das besagt, dass Verlagen Abgaben zustehen, wenn von deren Online-Ausgaben ihrer Zeitungen Ausschnitte andernorts zitiert werden, ähnlich wie das Urheberrecht. Doch ob das die rettende Lösung ist, bleibt fraglich. Es gibt jedoch auch Meinungen, die eine andere Sichtweise einnehmen: Die Aufgabe eines Journalisten sei es nicht Papier zu bedrucken, sondern Inhalte zu liefern. Da mache es keinen Unterschied, ob man für eine Zeitung oder für das Internet schreibe. Man müsse sich einfach den aktuellen Gegebenheiten und Entwicklungen der Zeit anpassen.

Klingt eigentlich ganz gut - aber ganz so einfach scheint es ja wohl doch nicht zu sein!


Teilen

Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*




*
Gravatar: Flo
  • Flo, schreibt
    02-02-10 12:11
  • Das Problem liegt in Österreich darin, dass große Medienkonzerne noch immer glauben, das Internet sei ein vorläufiger Überläufer. Wenn kein Budget für Online-Ausgaben locker gemacht wird, kann man auch nicht erwarten, dass diese qualitativ sonderlich hochwertig sind. Der ORF macht es da ganz gut (siehe TVthek). Auch Heute hat sich bereits ein Iphone APP geleistet und hält das Portal gut in Schuss. Lediglich die "großen Alten" wie die Kronen Zeitung oder die Kleine Zeitung hinken den europäischen Standards noch ein wenig hinter her. Bleibt nur zu hoffen, dass sich das bald schnell ändert. In fünf Jahren glaube ich nicht, dass noch irgendwer Verständnis dafür aufbringen wird. Da wird's dann heißen: Tab schließen und auf zur nächsten URL eines Mediums.

aufMUKen.at is powered by XHTML / CSS / TYPO3

Design by Florian Rachor